Mit noch tränenfeuchten augen blickt sie in die sterne,
malt ihre sehnsucht und traurigkeit in den leuchtenden himmel
allein
fühlt sie den schmerz und merkt das stechende gefühl in ihrem herzen
in ihrer leuchtenden liebe hat er sich stärke geholt
und sie ausgelaugt
allein
sitzt sie nun hier und schaudert bei dem gedanken an ihn
und weiß nicht was zutun ist.
alle hoffnung hat er aus ihrem herzen geliebt
träume sind zerplatzt
mühsam hat sie sie aufgesammelt und versucht es zu verstehen.
langsam bricht der morgen an und die sonne erscheint
glitzernd und leuchtend
am horizont
streichelt sie sanft und wischt ihre gedanken langsam weg
überrascht blickt sie in den horizont und ihr herz füllt sich
mit neuer zuversicht
die zukunft liegt noch unberührt vor ihr
und sie weiß,
es wird besser.

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 du irrst durch die straßen. in der naehe seiner wohnung, streifst umher wie ein wildes tier auf der suche nach nahrung. seelennahrung, um nicht zu verhungern an deiner einsamkeit. es ist ein unendlich tief sitzender schmerz, eine starre, die sich wie ein krebsgeschwuer langsam ausbreitet, deine organe und dein denken vergiftet. dir gehen erinnerungen durch den kopf, wie er dir entgegengelaufen ist, genau hier, auf dieser straße, tag fuer tag, monat fuer monat. den ganzen winter lang. das gluecksgefuehl, ihn zu sehen, der moment, in dem er dich in die arme schließt und du dich an seine warme brust lehnst. er fragt dich, warum du zitterst. er spuert das beben deiner lippen. du schiebst es auf die kaelte, dabei ist es die ueberfließende liebe, die dir wohlige schauer durch den koerper jagt. auch heute ist die luft eisig, schneidet dir mit glaesernen klingen die lunge in scheiben. aber heute ist niemand da, der dich erwartet. heute bist du ganz allein. du stellst dir vor, wie das waere. wenn er da jetzt langliefe. wenn er wenigstens aus dem fenster schauen wuerde! du stellst dir vor, was du ihm sagen wuerdest. fragen. wie er jetzt wohl aussieht. ob er dich noch mag, irgendwie. ach, diese ungewissheit. du laeufst immer weiter, weiter, weiter, bis ans ende der welt. im kreis. und da siehst du ihn. vor dir kommt er ploetzlich aus einer seitenstraße. er wendet dir den ruecken zu. du siehst nur den schwarzen mantel und die roten haare, so schrecklich vertraut. ein stich in deinem herzen. es tut weh. es tut unertraeglich weh. du hast dir gewuenscht, ihn zu sehen, aber jetzt haelst du es nicht aus. es bringt dich um. der traum ist wahrheit geworden und verwandelt sich in einen alptraum. er dreht sich nicht um. er sieht dich nicht. so nah, so weit entfernt. du laeufst ihm auch nicht nach. alles in dir schreit, du willst ihm nachrufen, ihn packen und fragen: warum? warum gehst du zu ihr? warum liebst du nicht mich? du bringst seinen namen nicht ueber die lippen. du bleibst einfach stehen und schaust zu, wie er geht, kleiner wird am horizont. im wahren leben gibt es keine zeitlupe – innerhalb weniger sekunden wurde jeder noch vorhandene funken leben in deinem inneren ausgeloescht. und dann brichst du zusammen. ohne ein wort. legst dich nieder auf den asphalt und wartest auf das ende. ohne eine traene.
ohne ein gefuehl.